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DANIEL FRÖSCHL
Augsburg 1573 - Prag 1613
Inventar der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II.
1607 - 1611
Einband: Perkament über Karton;
19,5 x 34 cm
Blindpressung: dreifache Stricheisenlinien und Ornamentstreifen,
eingepreßt mit der Buchbinderrolle
Papierblock: 415 Papierblätter. Die ehemaligen Bindeblätter abgerissen
Auf der Innenseite des Vordeckels: Ex libris Liechtensteinianis
Literatur: Neumann 1966, 262-265; Bauer-Haupt 1976 (Edition)
Das Inventar hat den Titel: >Von Anno 1607. Verzaichnus, was in der Röm:Kay:May:Kunstkammer gefunden worden.< Es enthält Nachträge bis in das Jahr 1611. Als Verfasser wurde der Maler Daniel Fröschl festgestellt, der seit 1. Mai 1607 Nachfolger Ottavio Stradas als kaiserlicher Antiquarius war. Das Inventar war verschollen, bis es Gustav Wilhelm, der ehemalige Direktor der Kunstsammlungen des regierenden Fürsten von Liechtenstein, nach dem zweiten Weltkrieg entdeckte. Er fertigte 1947 eine Transkription an und übertrug Erwin Neumann 1956 die Edition. Diesem gelangen zahlreiche Objektidentifikationen, doch starb er allzufrüh. Die Veröffentlichung erfolgte schließlich 1976.
Das Inventar hat die alten Vorstellungen über Rudolf II. als Sammler gründlich verändert. Hatte man vorher Rudofs Interessen vorwiegend auf Mirabilia (Wunderdinge), Rara und Kuriosa eingegrenzt - die er natürlich auch hatte - und ihn lediglich als Gemäldesammler geschätzt, so trat nun das Bild des Universalisten und Ästheten in den Vordergrund. Seine Sammlungen hatte Schlosser noch als eine bunte und abenteuerliche Mischung ohne irgendein methodisches Bestreben beurteilt (Schlosser 1908, 76 - 80). Das Inventar läßt nun den universalen Anspruch einer enzyklopädischen Kunstkammer auf höchstem Niveau erkennen. Es enthält Spezimina aus den verschiedensten Bereichen der Natur (Naturalia), der Kunst und Kunstfertigkeit (Artefacta) und der Wissenschaft (Scientifica) und ist im wesentlichen nach diesen Klassen geordnet. Die Kunstkammer war also ein Spiegel des Universums, ein Mikrokosmos, dessen Zentrum der Kaiser selbst war. Aus der elitären Stellung des Kaisertums leitete Rudolf den Anspruch auf die edelsten und seltensten Gaben der Natur sowie auf die Bewundernswertesten und kostbarsten Hervorbringungen menschlicher Fähigkeiten ab. Hinter dem Interesse an der Vielfalt der Dinge und Erscheinungen stand eine pansophische Sehnsucht nach einem universalen System, das alles in einer >concordia discors< (Harmonie in scheinbarer Disharmonie) verbindet - wie die universale Kaiseridee Bindeglied des Reiches war.
Das Inventar enthält nur die Kunstkammer im engeren Sinn. Es fehlen rudolfinische Inventare der Gemälde, der Prunkwaffen, der Regalia und Schatzstücke, der Gemmen und Antiken, der Tapisserien und Ausstattungsstücken der Räumlichkeiten.
Vaduz, Bibliothek des regierenden Fürsten von Liechtenstein.
The above-cited article by Bauer and Haupt covers one complete
volume (Band 72, 1976) of the:
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Museums in
Wien.
Because of its significant interest, an extensive summary of that
publication will soon replace this page as it stands now.
Table of contents
Following are some of the pages in gif files of 50 kB each:
Register:
Page 1,
Page 2,
Page 3.
One page with some books:
Page 46.
Main section with books:
Page 130,
Page 131,
Page 132,
Page 133,
Page 134,
Page 135,
Page 136,
Page 137,
Page 138,
Page 139,
Page 140.
Following are links to all images of the MS inventory that I copied from Bauer & Haupt. If there are more, I will add them all here in the near future. It is worth comparing the numerals used on these pages with those used for the foliation of the Voynich MS. (In particular, the images on fols. 210 and 116 are conspicuously similar).
One marginal drawing is, in my opinion, a depiction of one of Rudolf's famous mandrakes, which I illustrate with a picture of two mandrakes kept in the Vienna museum and which supposedly used to belong to him.
IMAGE: fol. 11 and 45 (157 kB)
IMAGE: fol. 14 (131B)
IMAGE: fol. 15 and 35 (177 kB)
IMAGE: fol. 104 and 111 (114 kB)
IMAGE: fol. 210 and 116 (183 kB)
The long-haired lady on fol. 35 is perhaps to be identified with one
of the mandrakes (Alraune) shown in the following image :
IMAGE: four magical items of Rudolf II (85 kB)
Which stems from an article about Rudolf's magic by Gertrude
von Schwarzenfeld. She tentatively identifies the mandrakes with
some coming from Rudolf's collections. Bauer & Haupt include
a list of items in the 'Inventory' which have been identified in
museums around the world and I have not yet had a chance to check
whether the mandrakes are among them.
What I did check was the identification of Rudolf's (250) books, and
only (about) 5 of them were listed !!
Pages 1-140 of Bauer & Haupt
To be written
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